Ulrich Wickert über Werte schaffen Werte und was hat dies mit glücklich sein zu tun?
Der 1942 als Diplomatenkind in Japan geborene Ulrich Wickert ist den Deutschen wohlbekannt. Als Journalist und Autor, aber auch als immer gegenwärtigen Beobachter der Gesellschaft und deren Werte.
Sowohl in FAZ-Kolumnen, als auch in Interviews und Spots teilt er seine Ergebnisse und Ansichten mit. Auffallend ist immer wieder seine Forderung nach der Nähe zum Anderen, zum Nachbarn. Nach Jahrzehnten der Idealisierung des Individuums, nach dem geradezu fanatischen Streben nach Egoismus als höchstes Ziel, erscheint dieses klare Verlangen nach Gemeinschaft so simpel wie utopisch.
Die klaren Grundwerte Solidarität, Fairness, Respekt, Partnerschaftlichkeit und Verantwortung können vielleicht, gerade durch die aus der Verherrlichung des Individuums resultierte Einsamkeit des Einzelnen, wieder ihren Weg in unser Bewusstsein finden.
Wenn Ulrich Wickert über Solidarität als Weiterentwicklung der Brüderlichkeit spricht und propagiert “Was der Einzelne nicht schafft, das schaffen viele”, fühlt man sich angesprochen in dem Drang das verlorene Gefühl einer Sicherheit wiederzuentdecken.
Werte sind, wenn man Wickert zuhört nicht Relikte einer antiquierten Gesellschaftsform, sondern grundlegende Elemente des erfolgreichen, menschlichen Zusammenlebens. Maxime, wie Fairness und Verantwortung lassen sich in ihrer Einfachheit auf jede Situation des menschlichen Zusammenlebens, ob in einer Partnerschaft bestehend aus zwei Menschen oder einem Land, anwenden.
Diese Prinzipien erscheinen so grundlegend und einfach, dass man sich wohl fragen muss, weshalb es dennoch so schwer erscheint sie umzusetzen. Der gesunde Menschenverstand erkennt die Notwendigkeit und die Simplizität – warum scheint die Umsetzung ein utopischer Gedanke?
Ulrich Wickert spricht in Bezug auf Respekt an, dass man zum Beispiel manchmal einfach schlecht gelaunt ist, oder eine andere Person schlichtweg nicht mag und sie daraufhin respektlos behandelt. Daraufhin erklärt er mit einem Lächeln, man müsse es aber immer wieder versuchen. Man kann sagen, dass die hehren Ziele und Werte so rein erscheinen, dass der Mensch das Gefühl bekommt zum Scheitern verurteilt zu sein, da er sich seiner Fehlerhaftigkeit und Schwäche nur allzu bewusst ist.
Wenn man es aber als Ideal betrachtet jeden Tag aufs Neue zu versuchen den Werten wie Solidarität, Verantwortung, Respekt und Fairness gerecht zu werden, könnte unsere Gesellschaft schon bald ein besserer Ort zum Leben werden und man selbst ist ein Stück weit glücklicher.